Teil 2
Dokumentation "Ensete ventricosum Maurellii"
ab 2009
Scrollseite mit 17 Bildern!
14.04.2009: Der Wahnsinn geht weiter!

Den ganzen Winter hatte sie auf der Sackkarre, im fast dunklen Keller, bei zirka 10° C in Schräglage gelegen. Auf dem Foto ist zu erkennen, dass sie durch die schräge Lagerung nach oben durchgebogen ist.

Sie hat sich nach oben verbogen. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch nicht ahnen, was für fatale Folgen dies haben würde.

Obwohl sie kein einziges Mal über den Winter gegossen wurde, lief viel Wasser aus ihr heraus, als sie wieder in horizontaler Lage war.

Die wenigen Wurzeln, mit denen sie überwintert wurde, waren eingetrocknet.


Die Einpflanzstelle ist erreicht.

Da ich sie mit Blick auf die Auflagefläche fotografiert habe, ist die Krümmung nicht zu sehen.

18.04.2009: Anstatt sich aufzurichten, ist sie ab der Krümmung nach unten abgekippt. Mit einem Band habe ich sie zusammengebunden.

Der Speer schaut nun seitlich aus ihr heraus. Dies war die erste Ensete, die ich in Schräglage überwinterte. Basjoos und meine türkische Obstbanane habe ich ohne Probleme schon viele Jahre so überwintert. An der Auflagefläche kann es nicht gelegen haben, da die Krümmung nach oben ging. Vermutlich ist sie dem spärlichen Licht, das durch das Kellerfenster kam, entgegen gewachsen. Alle anderen Enseten, die ich im gleichen Kellerraum stehend überwintert hatte, sind ohne jegliche Krümmung und sehen sehr gut aus. Auch die von Michaela aus Zürich in Schräglage überwinterte Ensete ventricosum hat sich verbogen. Siehe: "So überwintert Michaela aus Zürich ihre Ensete ventricosum".

19.04.2009: Sämtliche störenden Blattscheiden habe ich abgeschnitten. Eigentlich hätte ich sie auch in dieser Größe stehend überwintern können.

Nach dem Abschneiden der Blattscheiden wird deutlich, dass sie bei der liegenden Überwinterung in die Senkrechte wuchs.
07.06.2009: Es sieht ganz schlecht aus. Bis jetzt hat sich noch nichts getan. Sie zeigt kein Leben. An der liegenden Überwinterung kann es alleine nicht gelegen haben. Michaelas Ensete hat ihre Verbiegung gemeistert. Siehe Dokumentation: "So überwintert Michaela aus Zürich ihre Ensete ventricosum". Vermutlich war der viele Regen nach der Auspflanzung auch mit Schuld daran.


08.06.2009: Ich habe sie Scheibchenweise abgeschnitten und gehofft, auf gesundes Gewebe zu kommen. Leider war der Kern komplett bis in den Wurzelbereich verfault.


Schon als ich sie aus dem Keller holte und sehr viel Wasser aus ihr herauslief hatte ich kein gutes Gefühl. Ich hatte sie fast Wurzellos überwintert und kein einziges Mal gegossen. Einen merklichen Gewichtsverlust hatte sie nach der Überwinterung nicht. Das Wasser, das sie absonderte blieb zwischen den Blattscheiden stehen und hat den Fäulnisprozess eingeleitet, der sich nach der Auspflanzung durch vielen Regen und die relativ kühlen Nächte fortsetzte. Dazu kommt noch die starke Verbiegung, durch die der Speer mehr Widerstand hatte.
Bei der nächsten Enseten Überwinterung werde ich die Stauden in regelmäßigen Abständen in die waagerechte Position bringen, damit das abgesonderte Wasser abfließen kann. Eine Überwinterung in fast waagerechter Lage werde ich bei Enseten nicht mehr durchführen.