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Überwinterungstipps mit Bildern

 

Die Überwinterung ist das wichtigste Thema bei der Haltung von Bananenstauden. Es sollte jeder wissen, aus welcher Klimazone seine Bananenstaude stammt. Ich teile meine Bananenstauden in 3 verschiedene Gruppen ein. Die erste Gruppe ist die der Winterharten (Basjoo), die ich teilweise im Freiland lasse.

Die zweite Gruppe überwintere ich im Keller bei zirka +10°C. Die dritte Gruppe muss auch im Winter warm stehen.

 

Hier was Grundlegendes:

Alle Bananenstauden, auch die warm überwintert werden (z.B. die Gruppe der Dwarfs), brauchen im Winter ihre Ruhephase. Durch das sehr schwache Licht in der Wohnung, oder dunkle Überwinterung im Keller und die relativ trockene Haltung werden die Stauden in einer künstlichen Ruhephase gehalten. Relativ trocken bedeutet, wenn sich die Erde vom Topfrand gelöst hat. Dann muss nur ganz wenig gegossen werden. Blätter, die über Winter unansehnlich werden, werden einfach abgeschnitten. Versuchen, die Blätter über den Winter zu bringen, macht keinen Sinn. Wenn die Stauden nach monatelanger UV-Abstinenz wieder ins Freie kommen, verbrennen die Blätter. Selbst wenn man die Stauden langsam ans Sonnenlicht gewöhnt, hängen nach einigen Wochen die Blätter schlaff nach unten und werden spätestens dann entfernt. Wie schnell die Stauden im Frühjahr wieder neue Blätter bilden, kann man bei den "Vergleichsbildern" sehr gut erkennen.

Dies gilt natürlich nicht für Stauden, die nicht älter als ein Jahr sind. Diese müssen möglichst mit Kunstlicht und feuchter Haltung durchkultiviert werden.

Bei "Meine verschiedenen Sorten" sind auch noch Überwinterungstipps zu finden.

 

Gruppe 1 (Gemäßigte Zonen) Winterharte: Japanische Faserbananen (Basjoo)

Für die Überwinterung im Freiland gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die erste und einfachste: Man sägt die Stauden über dem Boden ab, bedeckt den Boden mit Stroh, Laub oder Styroporplatten und legt eine Plane darüber. Das Rhizom muss so geschützt sein, dass es Frostfrei bleibt. Im Frühjahr, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist, wird alles entfernt. Wenn sich der Boden erwärmt, treibt die Staude neu aus. Allerdings werden diese Stauden bis zum Spätjahr nicht höher als 3 Meter und werden keine Früchte tragen. In der Regel bringt eine Staude am dreijährigen Stamm Früchte.

 

Die zweite Methode: Man sägt ein Drittel vom Stamm ab. Um den Stammstummel stellt man ein Drahtgestell, das einen Durchmesser von einem Meter haben sollte. Dieses füllt man mit Buchenlaub auf. Es soll kein anderes Laub verwendet werden. Buchenlaub verrottet und fault nicht so schnell. Das ganze wird dann mit einer Folie abgedeckt und umwickelt. An Frostfreien Wintertagen muss für Belüftung gesorgt werden. Im Frühjahr schieben sich aus der Stammmitte wieder Blätter.

 

Die dritte Methode ist die aufwendigste: Man schneidet die Blätter bis auf eine Handbreite ab. Nicht am Stiel, sondern am Blatt. Danach baut man um die Staude ein Balken- oder Lattengerüst, auf das dann Luftpolsterfolie getackert wird. Ist nur eine Staude umbaut, empfiehlt es sich, den Innenraum zu zwei Dritteln mit Buchenlaub aufzufüllen. Ist der umbaute Raum größer (bei mir waren es im Winter 2005/2006 28,7 Kubikmeter), verzichtet man auf eine Füllung. Man würde eine sehr große Menge an Füllmaterial benötigen, das schwer zu beschaffen ist. Doch die Kontrolle über die Stauden wird erleichtert.

 

Ohne Füllung genügt es in milden Gegenden, bei Außentemperaturen ab -6°C zu heizen. Wenn kältere Nachttemperaturen als -6°C erwartet werden, genügt es, wenn sich nachts über eine Zeitschaltuhr kurzfristig (15 Minuten) 2- bis 3- mal ein Heizgebläse einschaltet. Über ein Funkthermometer lässt sich die Temperatur leicht kontrollieren. Bei mir im Raum Karlsruhe kommt es selten vor, dass ich diese Notheizung benötige. Das Heizgebläse läuft über den gesamten Winter nur sehr wenige Stunden, da wir tagsüber meistens Plusgrade haben. Bei Nachttemperaturen unter -6°C schafft es der Frost nicht, in einer Nacht den kompletten Scheinstamm zu durchdringen.


Wer in einer nicht so milden Klimazone wohnt, sollte die Temperatur mit dem Universal- Thermostat "UT 200" regeln. Dieses Thermostat hat einen sehr großen Einstellbereich, der auch ins Minus geht. 

 Hier zur genauen Beschreibung des Universal- Thermostat "UT 200".

 

Meine Umbauung besteht aus 5cm starken Kanthölzern, an die ich Luftpolsterfolie doppelt und an das Dach dreifach angetackert habe. Ich habe ein Fenster eingebaut, das sich durch eine Gasdruckfeder bei Aufladung öffnet. Ab Februar kommt dies voll zum Tragen. Durch eine Türe, die auch zur Belüftung dient, kann ich jederzeit nach dem Rechten sehen. Ganz wichtig ist die Belüftung an frostfreien Tagen. An sonnigen Wintertagen muss eventuell sowohl Fenster als auch Türe geöffnet werden, da die Temperatur im Inneren rasant ansteigt. 25°C sollten nicht überschritten werden. Solche Temperaturschwankungen in so kurzer Zeit verträgt die Basjoo ohne Probleme. Ein großes Problem bei dieser Überwinterungsart ist die Kondensfeuchte, die in der Umbauung entsteht. Bei zuviel Feuchtigkeit werden die Stämme weich und nass. Gelingt es nicht, die Stämme durch normales lüften zu trocknen, muss im Notfall ein Luftentfeuchter seinen Dienst verrichten. Nasse Stämme gefrieren selbst bei minimalen Minustemperaturen sehr schnell durch. Je trockener der Stamm, desto kälteverträglicher ist er. Durch diese etwas aufwendige Überwinterungsmethode wird man voll entschädigt. Die Stauden erreichen eine gigantische Höhe. Eine imposante Blüte mit kleinen Scheinfrüchten ist im dritten Jahr so gut wie sicher. Die Basjoo in Kübeln können selbstverständlich auch in frostfreien Räumen, oder wie unter Gruppe 2 beschrieben überwintert werden.

 

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Gruppe 2 (Subtropische Zonen) plus 10°C, Türkei, Enseten

Diese Stauden habe ich teilweise im Freiland ausgepflanzt. Die Ausgepflanzten werden ausgegraben, wenn die Nachttemperatur auf 5°C absinkt. Sie kommen zu den Kübelpflanzen in den Keller. Ob die Blätter stark eingekürzt werden oder dranbleiben spielt keine Rolle. Dies hängt vom Platzangebot ab. Auf die Wurzeln muss bei großen  Rhizomen keine Rücksicht genommen werden. Sie wachsen im Frühjahr sehr schnell nach. Das Rhizom soll auf einem weichen Untergrund liegen. Z.B. Styropor oder Torf. Über das Rhizom legt man ein Tuch oder Sack, den man den ganzen Winter feucht hält. Meine Kübelpflanzen habe ich zum Teil in einem Winkel von 45 Grad eingelagert, da mir eine Raumhöhe von 3,5m fehlt. Der Pflanzkübel muss dabei sehr sicher unterbaut und der Stamm an mehreren Stellen abgestützt werden. Die Erdoberfläche darf ruhig austrocknen. Es wird nur ganz wenig gegossen. Oftmals kommen Stauden  nicht durch den Winter, weil sie zu feucht gehalten werden. Fäulnis der Knolle ist die Folge. Auf Beleuchtung kann verzichtet werden. Meine Stauden überwintern teilweise in absoluter Dunkelheit. Im Prinzip verfährt man genauso wie mit Dahlien oder Cannas. Im Frühjahr nach dem Auspflanzen schneidet man die unansehnlichen Blätter ab. Wenn nur der Stamm dasteht ist das nicht tragisch. Bei zunehmender Wärme produziert sie sehr schnell neue Blätter. Man kann das Anwachsen beschleunigen, indem man gleich nach dem Auspflanzen den Boden mit Luftpolsterfolie abdeckt. Tagsüber wird die Erde stark erwärmt und nachts die Wärme gespeichert.

Die Überwinterung von Ensete ventricosum und Ensete ventricosum Maurellii ist ausführlich beschrieben mit Fotos bei

"Bilder" Dokumentation "Ensete ventricosum Maurellii".

Hier die Dokumentation: Das Ausgraben und Einlagern einer Ensete ventricosum.

 

Bei "Überwinterungsexperimente" dokumentiere ich verschiedene Experimente.

 

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Gruppe 3 (Tropische Zonen) Musa acuminata Dwarf Cavendish, Musa Dwarf Red, Guayana, Kenia, Süd-Asien, Hawaii

Überwintert wird in der Wohnung, oder in einer geeigneten Halle. Sie sollen hell (ohne Zusatzbeleuchtung), bei zirka 18°C stehen. Obwohl sie warm überwintert werden, müssen sie während ihrer Ruhephase etwas trocken gehalten werden. In den Tropenländern gibt es auch Niederschlagsarme Perioden, die bei den Stauden Ruhephasen mit minimalem Wachstum auslösen. Ich gieße erst, wenn sich die Erde vom Topfrand gelöst hat. Und dann nur sehr wenig! Dieses Gießverhalten trifft auch für die Gruppe 1 und 2 zu. Warme Überwinterung bedeutet Spinnmilbengefahr! Sie müssen in regelmäßigen Abständen überprüft werden.

 

 

Was passiert, wenn ich falsch Überwintert habe?

Wenn ich Bananen der Gruppe 1 u. 2 so überwintere wie die Gruppe 3- also zu warm- dann habe ich der Staude ihre Ruhephase genommen. Diese Ruhepause holt sie dann im Frühjahr nach. Man stellt sie ins Freie und wundert sich, dass sie nur spärlich wächst. Wenn dies eintrifft, stellt man sie an einen halbschattigen Platz und gießt ganz vorsichtig. Mann sollte die Erde feucht und nicht nass halten. Beginnt im laufe des Sommers das Wachstum, muss mehr gegossen und auch gedüngt werden. Nach dem nächsten Winter und richtiger Überwinterung ist sie wieder in ihrem natürlichen Zyklus.

Überwintere ich eine Staude der Gruppe 3 zu kühl, ist es möglich, dass sie monatelang ihr Wachstum einstellt.

Eine richtig überwinterte Bananenstaude beginnt im Frühjahr sofort mit dem Wachstum und treibt im Verlauf des Sommers einige Ableger.

 

Einen großen Überwinterungserfolg ohne Verluste wünscht Dir Roland Reineck.