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Dean & Martinas Palmengarten:
Freilandüberwinterung eine Ensete ventricosum Maurellii
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Winter 2010/11:
Die Vorbereitung bestand in der Pflanzung der Maurelliis in Isolationskübeln (diese sind nach unten zum Erdreich offen, so dass die Wurzeln frei wachsen können). Diese
Kübel haben eine Dämmfähigkeit, die ca. 12 cm Styrodur entspricht und
ragen 25 cm tief ins Erdreich hinein. Darin stehen die Maurelliis auch
bei voller Blätterpracht und Sturm fest und sicher.
Dank der Kübel ist das Rhizom gut gegen aufsteigenden Frost geschützt.
Neben dem Frostschutz bieten die Kübel auch einen Schutz gegen zuviel
Niederschlag. Denn für uns ist es bisher nicht eindeutig geklärt, ob
neben dem Frost auch eine hohe Durchfeuchtung des Bodens der Mauellii
beim überwintern Probleme bereitet.
Der Nachtfrost hat zugeschlagen und die Schönheit ist hin...., da die Tag- und Nachttemperaturen aber wieder im 2-stelligen Bereich liegen warten wir mit dem beheizen....

Am 7. November wurde dann die Freilandüberwinterung eingeleitet. An den braunen Verfärbungen der äusseren Blattstiele, kann man sehen, wie tief der Frost in die Staude eingedrungen ist.

Im ersten Schritt wird
die Maurellii vor weiteren Niederschlägen geschützt. Die Staude
sollte weitestgehend trocken sein, bevor sie gegen Kälte
isoliert und beheizt wird.
Stretchfolie, Rosenvlies und ein Maurerkübel als "Hut" sind schnelle und preiswerte Helfer. 80 Watt Silikonheizkabel wurden um den
Stamm gewickelt und reichlich auf der Erdoberfläche im Kübel verteilt (die Kabel sind 9 Meter lang).

Nach Größe des Isolationskübels wurde
ein Holzgerüst in dem Kübel errichtet. Stretchfolie und
Rosenvlies leiten Anfangs, wenn die Temperaturen nicht im Frostbereich
liegen das Regenwasser ab. Später wird das ganze Gerüst mit 3 Lagen 3cm Untersparrendämmung (035er) umwickelt, welche wieder mit Stretchfolie vor Regen geschützt wird.
Die Öffnung nach Oben wird mit einem Mörtelkübel, der ebenfalls mit Untersparrendämmung umwickelt ist abgedeckt.
Der Thermostatregler ist so eingestellt, dass das Heizkabel bei 4°C ein und bei 5°C ausschaltet.
Bei entsprechenden Wetterlagen kann der "Deckel" jederzeit zum Lüften entfernt werden.
Wir versprechen uns vor
allem den Vorteil, dass man im milden, zeitigen Frühjahr den Deckel
entfernt und der Maurellii Luft und Licht zum wachsen gibt. Damit sollte
sie sich noch schneller zu voller Schönheit entwickeln, wie nach einer
Überwinterung im Keller, wo ja alle Wurzeln eintrocknen.
Sollte
es dann im Frühjahr doch noch mal Nachtfrost geben, wird die Dämmung und
das Heizkabel die Maurellii vor dem Exitus bewahren.
Bevor die eigentliche Dämmung angebracht wurde, haben wir die Maurelliis mit "Rettungsdecken" umwickelt. Diese reduzieren den Wärmeverlust über Strahlung.

Zum Abschluß wurde das gesamte Gerüst mit Untersparredämmung (vorläufig 2 Lagen) umwickelt und mit Stretchfolie weitestgehend gegen Niederschlag geschützt.

Pünktlich zum 25. November kam
der Schnee und leichter Dauerfrost bei -1 °C. Die Dämmung
funktioniert, erscheint aber nicht ausreichend. Bei diesem
leichten Frost schaltet sich das Thermostat innerhalb einer Stunde für
ca. 10 Minuten zum Heizen ein. Da ich glaube, dass die Dämmung bei mehr
als minus 6-7°C versagen wird, habe ich den Schutz kurzfristig
nochmals geöffnet und die Dämmung rundum mit 5 cm Styroporplatten
unterfüttert...
Das zeigt Wirkung, bis
einschließlich den 4. Dezember hatten wir unsere erste Dauerfrostperiode
mit nächtlichen Spitzen bis -10°C. Das Thermostat springt jetzt so
selten an, dass ich zwischenzeitlich schon Sorge hatte, dass die
Sicherung raus geflogen ist, oder etwas anderes die Technik zum erliegen
brachte.
Die Luftfeuchtigkeit im Schutz ist
jedoch sehr hoch und die Stauden verlieren immer noch ein wenig Wasser
über die Schnittstellen an den Blattbasen. Der Frost kam sehr früh, viel
zu früh... Die Zeit zum abtrocknen der Erde war zu kurz. Jetzt
warten wir auf ein wenig stabiles, frostfreies Wetter um zu lüften und
den Zustand der Stauden zu beurteilen.
Zwischenbericht vom 16.01.2011:
Beide Maurelliis standen jetzt 8 Wochen in ihrer beheizten Umbauung bei 4-5 Grad, ohne dass wir die Möglichkeit hatten zu lüften. Erst stand der massive Schnee und Frost im Weg, dann folgten 2 Wochen Dauerregen....
Da die Maurelliis viel zu nass in Ihre Thermoverpackung mussten, erwarteten wir schweren Schimmelbefall.
Der Blick unter die Verpackung war ernüchternt, aber nicht in jeder Hinsicht so schlimm wie erwartet....
Das eine Exemplar bietet eine vergleichsweise Optik, wie bei der traditionellen Überwinterung (wurzelnackt, trocken, dunkel,...)

Ein durchaus erfreulicher Anblick..., der Scheinstamm ist feste, die Farbe entspricht dem Lichtentzug und es steht kein Wasser an den Blattbasen..., die weißen Stippen sind Styropurkugeln.....
Das zweite Exemplar hingegen ist von blasser grau-roter Farbe, die gesammte Umbauung ist sehr nass von Innen, wo wir die Blätter vom Scheinstamm geschnitten haben steht Wasser in den Blattbasen und an vielen Stellen zeigt sich ein mäßiger Schimmelbefall, es sieht nicht wirklich Gesund aus.

Das Bild gibt den Zustand der Staude nur schlecht wieder...., aber die oberen 30-40 cm sind von Schimmel befallen und haben eine sehr blasse Farbe, zudem steht hier auch Feuchtigkeit in den Blattbasen....
Für weitere Freilandüberwinterungsversuche sollte
auf jeden Fall eine Möglichkeit zur Belüftung eingebaut werden, bei der
nicht jedes mal der ganze Verbau geöffnet werden muss...
Wir hatten ein System mit 2 Kanalrohren in
der Planung (mit Verschlussklappe und Dämmaterialfüllung), mussten
jedoch aus Zeitgründen (der gesammte Garten wollte vor dem für unsere
Verhältnisse 4-6 Wochen zu früh einsetzendem Schneefall verpackt werden =
24 Schutzumbauungen) und mangels Material auf die Belüftung verzichten.