Überwinterungsversuch einer "Ensete ventricosum Maurellii" im Freiland
Scrollseite mit 23 Bildern!
Experiment gescheitert!
Dieses Jahr versuche ich meine zweitgrößte Ensete ventricosum Maurellii im Freiland zu überwintern.
16.11.2008: Bisher hatten wir eine Frostnacht. Da die Temperaturen im Augenblick wieder recht mild sind, lasse ich sie noch ungeschützt stehen.

22.11.2008: Nun ist es soweit. Als erstes werden die Blätter abgeschnitten.

Um die Staude werden 3 Haltestäbe in den Boden eingeschlagen.

Es wird ein Foliensack darüber gestülpt, der im oberen Bereich zur Entweichung der Kondensfeuchte Löcher hat.

Ein Funkthermometer darf natürlich nicht fehlen.

Ein Frostwächter wurde so platziert, dass er in der Folie steht. Er wurde so eingestellt, dass in der Umhüllung eine Temperatur von 8° bis 12° C herrscht.

Der untere Bereich wurde mit Luftpolsterfolie umwickelt. Danach wurde ein zweiter Foliensack ohne Löcher darüber gestülpt.

Zur besseren Veranschaulichung eine Skizze.

Zum Schluss kam noch eine Regentonne darüber.

23.12.2008: Da es einige Tage recht milde Temperaturen und keinen Nachtfrost gab, wurde die Umhüllung entfernt. Mit wenigen Handgriffen war die Staude freigelegt und somit die Gefahr der Fäulnis verringert. Nachts wurde vorsichtshalber die Regentonne wieder darüber gestülpt.

09.01.2009: Nach mehreren sehr frostigen Tagen ist eine Kontrolle und Lüftung sehr wichtig.
|
|
|
Alles ist in Ordnung!

08.03.2009: Ich hatte es mir gedacht.
Der Boden ist seit einigen Wochen wieder aufgetaut und sie hat bis zum jetzigen Zeitpunkt regelrecht im Wasser gestanden. Sie hat sich vollkommen mit Feuchtigkeit voll gesaugt. An Standfestigkeit hat die Ensete eingebüßt und fühlt sich auch recht schwammig an. Im unteren Bereich konnte ich widerstandslos meinen Finger durch die Blattscheiben drücken, wo dann auch das Wasser wie aus einem Wasserhahn herauslief. Die Ensete hat sich selbst ersäuft.
Dies untermauert meine bisherigen Erfahrungen mit dem Überwintern von Enseten. Sie müssen trocken, am besten ohne Topf überwintert werden. Siehe: Dokumentation Ensete ventricosum Maurellii
|
Wie ein Schwamm hat sie sich mit Feuchtigkeit gefüllt. |
Auch der Speer ist nicht mehr grün. |
|
|
|
Sehr starke Schimmelbildung unterhalb den Blattscheiben. Überall steht das Wasser.

Nach dem Einstich mit dem Finger quoll das Wasser wie aus einem Wasserhahn aus ihr heraus. Während der Winterruhe ist Feuchtigkeit der Feind Nr.1 der Enseten.


Ein Schelm, wer bei diesen Fotos an was anderes denkt!
Das Experiment werde ich, obwohl es gescheitert ist nicht abbrechen. Wenn sie umgefallen ist, werde ich Fotos von der Stammunterseite einstellen. Es ist auch möglich, dass sie noch Kindel bildet.
25.04.2009: Da sie immer schräger wurde und auch der Anblick nicht mehr der schönste war, habe ich mich entschlossen, sie zu entfernen.

Ein leichter Druck genügte, um sie umzulegen.

An der Bruchstelle war alles matschig und sie verbreitete einen unangenehmen Duft.

Als ich den Matsch auf dem Boden entfernen wollte, bemerkte ich, dass sie unterhalb der Erdoberfläche noch ganz fest war. Ich habe vorsichtig den Matsch entfernt. Dies war für mich eine Überraschung, da ich dachte, dass die Fäulnis von unten in den Stamm eindringt. Für mich ist nun ganz klar, dass die Fäulnis von den abgeschnittenen Blattscheiben ausgeht, die ständig aus den Schnittflächen Wasser ausscheiden, das sich dann zwischen den Blattscheiben sammelt. Deshalb sind auch meine fast Wurzellosen und absolut trockenen Überwinterungen von Enseten erfolgreich, da die Wasserzufuhr gestoppt ist. Auf dem Foto sind auch noch Triebe zu erkennen.

Ich bin gespannt, ob daraus neue Maurelliis entstehen.

18.07.2009: Der Stumpf ist komplett eingetrocknet. Es haben sich keine Kindel gebildet.